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	<title>professorbunsens netzlabor</title>
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	<description>Man kann sich eigentlich nur wundern.</description>
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		<title>professorbunsens netzlabor</title>
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		<title>Wille und Bewusstsein</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 22:44:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Das Schöne am Bloggen ist u.a., dass man unter einer schopenaueresk größenwahnsinnigen Überschrift auch einfach mal einen halbausgegorenen Gedanken raushauen kann. Wobei ich den folgenden Gedankengang momentan vielleicht sogar als zweidrittelausgegoren bezeichnen würde. Mit leichter Tendenz nach oben. In der Kybernetik, oder allgemein gesprochen in der Systemtheorie, markiert die Idee der Rekursivität oder Selbstreferenzialität einen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=522&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Schöne am Bloggen ist u.a., dass man unter einer schopenaueresk größenwahnsinnigen Überschrift auch einfach mal einen halbausgegorenen Gedanken raushauen kann. Wobei ich den folgenden Gedankengang momentan vielleicht sogar als zweidrittelausgegoren bezeichnen würde. Mit leichter Tendenz nach oben.</p>
<p>In der Kybernetik, oder allgemein gesprochen in der Systemtheorie, markiert die Idee der Rekursivität oder Selbstreferenzialität einen ganz wesentlichen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Macy_Conferences">Einschnitt</a>, den man gerne mit dem Begriff der Operation 2. Ordnung bezeichnet. Operation 2. Ordnung bedeutet, dass man eine Operation auf sich selber anwendet. Ein Beispiel dafür ist das Denken über Denken. Das Ergebnis einer solchen Operation 2. Ordnung ist eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rekursive_Funktion">Rekursion</a>, bei der in einer Endlosschleife (Iteration) etwas ganz Neues entsteht. Im Beispiel des sich dauernd wiederholenden Denkens über Denken entsteht Bewußtsein, eine Idee, die meines Wissens so zum ersten Mal von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gotthard_G%C3%BCnther">Gotthard Günther</a> formuliert wurde.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2012/01/denken.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-525" title="Denken" src="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2012/01/denken.jpg?w=167&#038;h=111" alt="" width="167" height="111" /></a></p>
<p style="text-align:center;">Bewusstsein als rekursive Funktion</p>
<p>In der Praxis der systemischen Therapie, einer Form der Psychotherapie, die stark beeinflusst von den Konzepten der Kybernetik 2. Ordnung entwickelt wurde, spielt das Konzept der <em>Aufmerksamkeit</em> eine große Rolle. Eine Standardintervention bei Ratsuchenden jeder Art ist es, sie dazu <del>zu bewegen</del> einzuladen, auf Unterschiede in ihrem Erleben und den Bedingungen ihres Auftretens eine besondere Aufmerksamkeit zu legen. Was naheliegt ist, auch diese kognitive Operation auf ihre Effekte zweiter Ordnung zu untersuchen.</p>
<p>Was entsteht, wenn man Aufmerksamkeit iterativ auf Aufmerksamkeit bezieht?</p>
<p>Ich finde, eine naheliegende Antwort ist, dass eine neue Qualität der Steuerungsfähigkeit entsteht, die man gemeinhin <em>Wille</em> nennt.</p>
<p><a href="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2012/01/aufmerksamkeit.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-528" title="Aufmerksamkeit" src="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2012/01/aufmerksamkeit.jpg?w=281&#038;h=120" alt="" width="281" height="120" /></a></p>
<p style="text-align:center;">Wille als rekursive Funktion</p>
<p>Was ich mich frage: Hat schon einmal jemand in dieser Art und Weise über Aufmerksamkeit nachgedacht? Weiß jemand aus der werten systemtheoretisch beschlagenen Leserschaft vielleicht Rat? Kennt jemand <a href="http://andre-zimpel.homepage.t-online.de/Person.htm">André Frank Zimpel</a>, den ich gerade ergoogelt habe, und seine <a href="http://andre-zimpel.homepage.t-online.de/KybderAuf.pdf">Kybernetik der Aufmerksamkeit</a>? (In der man den Suchbegriff &#8222;Wille&#8220; nicht findet.) Oder ist das alles Quatsch und doch eher viertelausgegoren?</p>
<p style="text-align:center;">
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/professorbunsen.wordpress.com/522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/professorbunsen.wordpress.com/522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/professorbunsen.wordpress.com/522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/professorbunsen.wordpress.com/522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/professorbunsen.wordpress.com/522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/professorbunsen.wordpress.com/522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/professorbunsen.wordpress.com/522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/professorbunsen.wordpress.com/522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/professorbunsen.wordpress.com/522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/professorbunsen.wordpress.com/522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/professorbunsen.wordpress.com/522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/professorbunsen.wordpress.com/522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/professorbunsen.wordpress.com/522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/professorbunsen.wordpress.com/522/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=522&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Zwei Anmerkungen zum bedingungslosen Grundeinkommen</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 23:13:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundeinkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Next Society]]></category>
		<category><![CDATA[götz werner]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit ich das erste Mal in einem Interview mit Götz Werner vom bedingungslosen Grundeinkommen gehört habe, bin ich begeistert von dieser Idee. Vollkommen offensichtlich erscheint mir, dass unsere Gesellschaft Güter und Dienstleistungen im Überfluss produziert und wir dabei vor allem ein Verteilungsproblem haben. (Das Einzige, wovon immer zuwenig da ist, ist die Liebe.) Ebenso klar [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=498&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ich das erste Mal in einem <a href="http://www.brandeins.de/online-extras/dossiers/dossier/soziale-innovation/artikel/wir-leben-in-paradiesischen-zustaenden.html">Interview mit Götz Werner</a> vom bedingungslosen Grundeinkommen gehört habe, bin ich begeistert von dieser Idee. Vollkommen offensichtlich erscheint mir, dass unsere Gesellschaft Güter und Dienstleistungen im Überfluss produziert und wir dabei vor allem ein Verteilungsproblem haben. (Das Einzige, wovon immer zuwenig da ist, ist die Liebe.) Ebenso klar finde ich, dass Vollbeschäftigung keine Lösung und überhaupt kein sinnvolles Ziel für eine weit entwickelte Gesellschaft sein kann. Wie die Sklaven im alten Griechenland sollen die Maschinen die notwendige Arbeit leisten, damit uns Menschen Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens bleibt! (Liebe zum Beispiel.) Vollbeschäftigung? Wir müssen es wieder schaffen, dass künftig jeder wieder regelmäßig zur Arbeit gehen muss? Und zwar nicht irgendeiner unbezahlten &#8222;Arbeit&#8220;, wie notwendigen, aber unwirtschaftlichen Tätigkeiten wie Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen. Auch nicht Tätigkeiten, die man gern tut, die sich aber schlecht verkaufen lassen, wie oder Musikmachen oder Filosofieren über die Verbesserung der Welt. Nein, das Idealbild der Vollbeschäftigung meint, dass jeder einzelne Bürger einer Tätigkeit nachgehen muss, die sich in Geld kapitalisieren lässt. Was soll denn das für ein gesellschaftliches Ziel sein?</p>
<p>Wann immer ich mit Menschen darüber rede, stoße ich auf die gleichen Gegenargumente. Nicht finanzierbar. Die Menschen brauchen Geld als Motivator. Kommunismus hat auch nicht funktioniert. Ungerecht den Arbeitenden gegenüber. Letzteres gerne und häufig mit echtem Zorn auf Menschen, die nicht arbeiten wollen.</p>
<p>Während ich die Frage nach der möglichen Finanzierung und die Frage nach den Auswirkungen auf die allgemeine Arbeitsmotivation für tatsächlich relevant und sehr diskussionswürdig halte, steige ich bei der Wut auf die Arbeitslosen regelmäßig aus. Ich habe diese Gedanken und diese Gefühle einfach nicht. Ehrlich nicht. Die sollen nicht von meinem sauer verdienten Geld leben? Die liegen auf der faulen Haut und kriegen Kohle und wir müssen für unser Geld hart arbeiten?</p>
<p>Ja, was denn sonst?</p>
<p><em>Erstens</em> gilt das doch für jeden. Grundeinkommen bekäme doch jeder, ich, wir und die. Wer auch immer &#8222;die&#8220; sind. Bis vor Kurzem war es ja noch breiter gesellschaftlicher Konsens, ausformuliert im Grundgesetz und getragen von den obersten Gerichten, dass in unserem Land niemand zu einer Arbeit gezwungen werden darf und niemand in menschenunwürdiger Armut leben darf. <em>Niemand</em>. Das schließt eben auch Arbeitsunwillige ein. Das ist zwar im Prinzip auch noch heute so, wird aber durch die Harzgesetze ausgehöhlt. Plötzlich ist von &#8222;Fördern und Fordern&#8220; die Rede. Man bekommt den Eindruck, dass Menschen, die so argumentieren, hinter diesen zivilisatorischen Fortschritt zurückfallen wollen.</p>
<p>Meine favorisierte Erklärung ist, dass es sich um einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_des_sozialen_Vergleichs">sozialen Abwärtsvergleich</a> handelt: Man konstruiert eine Gruppe (die &#8222;Arbeitsfaulen&#8220;), die ganz anders ist als man selbst. Auf diese kann man dann herabblicken und sieht sich dadurch selber im Vergleich größer. Kein Sieger ohne viele Verlierer.</p>
<p>Das führt <em>zweitens</em> zu einer weiteren Täuschung, der Idee der Leistungsgesellschaft. Hier wird behauptet, es gäbe in unserer Gesellschaft einen direkten Zusammenhang zwischen Einkommen und Leistung. Wer sich nur genug anstregente, bekäme, was er verdiene. Diese Vorstellung ist schlicht <a href="http://mspr0.de/?p=939">Kwatsch</a>. Geld kann man vor allem dann verdienen, wenn man ohnehin schon viel Geld hat. Da muss man persönlich gar nichts leisten, außer Risiko und Gier gegeneinander abzuwägen, ansonsten scheißt der Teufel eben immer auf den größten Haufen, auch und gerade am Finanzmarkt. Wer eine gute Idee hat, braucht trotzdem Kapital, um sie umzusetzen. Ohne Kapital geht es nicht, egal wie groß die eigene Leistung sein mag. Und ein verlässliches Maß für Leistung war das Gehalt noch nie. Wer leistet denn mehr: Fondsmanager, Krankenschwestern, Atomphysiker, Mütter, Kindergärtner, Soldaten, Zivildienstleistende, Beamte oder Grubenarbeiter? Schwer zu sagen und nicht am Gehalt zu bemessen.</p>
<p>Aber diese Konstruktion ist notwendig, um sich Erfolge umfänglich persönlich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Attributionstheorie">zuschreiben</a> zu können. Dabei spielt diese Überzeugung vor allem denen in die Hände, die Kapital besitzen und Arbeitskräfte benötigen. Die können dann nämlich weiter damit motiviert werden, für Ihre Leistung belohnt zu werden (&#8222;Leistung soll sich wieder lohnen!&#8220;), sich aber vor allem glücklich schätzen, nicht zu denen zu gehören, die auf staatliche Almosen angewiesen sind.</p>
<p>Mir scheint, die gegenwärtige Ablehnung der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens liegt vor allem in dem Bedürfnis nach Selbstaufwertung durch Abwertung und der unkritischen Übernahme eines kapitalistischen Mythos begründet.</p>
<p>Über alles andere sollten wir ernsthaft reden.</p>
<br /> Tagged: <a href='http://professorbunsen.wordpress.com/tag/gotz-werner/'>götz werner</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/professorbunsen.wordpress.com/498/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/professorbunsen.wordpress.com/498/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/professorbunsen.wordpress.com/498/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/professorbunsen.wordpress.com/498/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/professorbunsen.wordpress.com/498/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/professorbunsen.wordpress.com/498/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/professorbunsen.wordpress.com/498/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/professorbunsen.wordpress.com/498/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/professorbunsen.wordpress.com/498/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/professorbunsen.wordpress.com/498/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/professorbunsen.wordpress.com/498/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/professorbunsen.wordpress.com/498/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/professorbunsen.wordpress.com/498/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/professorbunsen.wordpress.com/498/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=498&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Warum Frauen beim Rückwärtseinparken in den Einkaufstüten ihrer Männer nach Heinz von Foerster suchen sollten</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 22:45:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[heinz von foerster]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie jeder weiß müssen Frauen ja immer mit ihren Freundinnen gemeinsam auf dem Klo darüber reden, dass sie beim Schuhe kaufen nicht rückwärts einparken können und Männer können gar nicht anders, als dauernd fremdgehen wollen zu müssen und beim Fußball den Neandertaler raushängen zu lassen, das aber nur hintereinander, weil Multitasking, das können sie ja nicht, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=462&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie jeder weiß <em>müssen</em> Frauen ja immer mit ihren Freundinnen gemeinsam auf dem Klo darüber reden, dass sie beim Schuhe kaufen nicht rückwärts einparken können und Männer <em>können</em> gar nicht anders, als dauernd fremdgehen wollen zu müssen und beim Fußball den Neandertaler raushängen zu lassen, das aber nur hintereinander, weil Multitasking, das können sie ja nicht, wegen egoistischen Genen, Hormonen, Hirnforschung, rechter Hirnhälfte, linker Hirnhälfte, denn damals in der Steinzeit, Jäger und Sammler, das legt man ja nie mehr ab, trotz Atombombe und iPhone heutzutage, das ist ja millionenaltes Erbe, tja.</p>
<p>Allenthalben stößt man auf die Behauptung dieses oder jenes sei eben so, den Tatsachen müsse man ins Auge blicken. Gerne mit einem Verweis auf eine Autorität, die hierzulande nur noch selten die Kirche ist, sondern in aller Regel die Wissenschaft oder die eigene Lebenserfahrung und Wahrnehmungswelt. Und viel zu selten stößt man auf die Behauptung, dass es Dinge gibt, die man wissen kann und andere, die man eben nicht wissen kann.</p>
<p>Die Frage nach dem Einfluss des biologischen Geschlechts ist so ein Fall. Die Frage, ob jemand etwas tut, weil es genetisch vorbestimmt ist (und also nicht anders geht) oder weil er oder sie es so gelernt hat (es also auch anders ginge) ist unentscheidbar.</p>
<p>Unentscheidbar sind nach <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/6/6240/1.html">Heinz von Foerster</a> Fragen, bei denen es keine eindeutige und allgemein verbindliche Regel gibt, nach der man entscheiden kann, was die richtige Antwort ist. Viele andere Fragen sind zumindest theoretisch entscheidbar (Wann war der 1.FC Köln zum letzten Mal deutscher Fußballmeister? Was ist Quadratwurzel aus 23?). Wenn man diese Fragen stellt, weiß man schon, nach welchen Regeln man feststellen kann, was die richtige Antwort ist, und alle sind sich darüber einig. Die meisten wirklich wichtigen Fragen im Leben sind aber unentscheidbar (Was ist ein gutes Leben? Wer macht die besten Bratkartoffeln? Hätte ich einen anderen Mann heiraten sollen?).</p>
<p>Diese Jungs-sind-eben-anders-als-Mädchen-Geschichte wird regelmäßig als entscheidbare Frage verkauft. Es sei wissenschaftlich bewiesen, dass Männer eben dieses und Frauen etwas anders könnten, machten oder wollten. Wie aber soll die Wissenschaft das angestellt haben? Was soll denn die Regel sein, nach der man verbindlich feststellen kann, dass jemand etwas macht, nur weil sie eine Frau ist oder weil er ein Mann ist und nicht aus anderen Gründen und es eigentlich auch anders ginge?</p>
<p>Natürlich kann man empirisch der Frage nachgehen, welchen Einfluss das biologische Geschlecht auf das Verhalten eines Menschen hat. Man kann dazu  sinnvoll forschen und zu diesem Thema auch eine Menge entscheidbarer Fragen formulieren, die dann der wissenschaftlichen Beobachtung und Hypothesentestung zugänglich sind, etwa ob bestimmte Gene üblicherweise mit bestimmten Hormonen assoziiert sind, die üblicherweise mit bestimmten Verhaltensweisen assoziiert sind oder etwas Ähnliches.</p>
<p>Aber wenn man das tut, weiß man anschließend eben, dass bestimmte Gene üblicherweise mit bestimmten Hormonen assoziiert sind, die üblicherweise mit bestimmten Verhaltensweisen assoziiert sind. Ob Claudia rumzickt, weil sie weibliche Gene hat und ob Thomas rumbrüllt, weil er männliche Gene hat, weiß man nicht. Es gibt keine Regel, das verbindlich zu entscheiden.</p>
<p>Das bedeutet, wir können uns häufig entscheiden, wie sehr wir bestimmte Verhaltensweisen als geschlechtsspezifisch biologisch determiniert ansehen. Und wir können vor allem entscheiden, welche Fragen wir stellen. Wenn wir möchten können wir ja, anstatt zu fragen, was Männer und Frauen unterscheidet und zu versuchen herauszufinden, warum das so ist, auch fragen, was man tun muss, damit bestimmte Unterschiede geringer werden.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://professorbunsen.wordpress.com/2012/01/09/warum-frauen-beim-ruckwartseinparken-in-den-einkaufstuten-ihrer-manner-nach-heinz-von-foerster-suchen-sollten/"><img src="http://img.youtube.com/vi/-CU040Hqbas/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://professorbunsen.wordpress.com/2012/01/09/warum-frauen-beim-ruckwartseinparken-in-den-einkaufstuten-ihrer-manner-nach-heinz-von-foerster-suchen-sollten/"><img src="http://img.youtube.com/vi/ynVaxWYjLj8/2.jpg" alt="" /></a></span>
<br /> Tagged: <a href='http://professorbunsen.wordpress.com/tag/heinz-von-foerster/'>heinz von foerster</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/professorbunsen.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/professorbunsen.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/professorbunsen.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/professorbunsen.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/professorbunsen.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/professorbunsen.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/professorbunsen.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/professorbunsen.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/professorbunsen.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/professorbunsen.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/professorbunsen.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/professorbunsen.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/professorbunsen.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/professorbunsen.wordpress.com/462/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=462&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sonden der Unruhe</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 23:45:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Angeregt durch Sebastians Kommentar zu meinem letzten Artikel trage ich folgenden Gedanken mit mir herum: Was ist eigentlich los mit der vielbeschworenen Transparenz und Authentizität, die für digitale Medienangebote allenthalben gefordert wird? Gemeint ist damit, dass man heutzutage als Unternehmen nicht mehr über eine glänzende Fassade und ein zentral gesteuertes Werbebild zu einem guten Markenimage gelangt, sondern [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=446&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angeregt durch Sebastians <a href="https://professorbunsen.wordpress.com/2011/12/14/die-nachste-gesellschaft-und-ein-komplexer-regalzufall/#comment-33">Kommentar</a> zu meinem letzten Artikel trage ich folgenden Gedanken mit mir herum: Was ist eigentlich los mit der vielbeschworenen <em>Transparenz</em> und <em>Authentizität</em>, die für digitale Medienangebote <a href="http://www.google.de/search?q=transparent+authentisch+marke+social+web&amp;ie=UTF-8&amp;oe=UTF-8&amp;hl=de&amp;client=safari"> allenthalben gefordert</a> wird?</p>
<p>Gemeint ist damit, dass man heutzutage als Unternehmen nicht mehr über eine glänzende Fassade und ein zentral gesteuertes Werbebild zu einem guten Markenimage gelangt, sondern über den offenen Dialog mit den Kunden. Und Voraussetzung für das Gelingen dieses Dialogs sei eine &#8222;transparente&#8220; und &#8222;authentische&#8220; Kommunikation.</p>
<p>Ja, nun, &#8222;authentisch&#8220;. Was soll das heißen? Geht es darum, nicht zu lügen, sich nicht zu verbiegen, sich nicht bewußt zu inszenieren, nicht etwas darzustellen, was man nicht ist? Eigentlich bin ich ja ganz anders, ich komme bloß so selten dazu?</p>
<p>Und &#8222;Transparenz&#8220;? Ist nicht ein mediales Angebot, wie eigentlich alles dem wir auf dieser Welt begegnen, immer intransparent? In dem Sinne, dass man nie über annähernd genügend Informationen verfügen kann, um alle Sinnzusammenhänge eines Erkenntnisgegenstandes zu erkennen?</p>
<p>Und ist da nicht das schöne poetische Bild Dirk Baeckers, man müsse &#8222;Sonden der Unruhe&#8220; ermöglichen, ein passender Gedanke? Dass Unternehmen und auch alle gesellschaftlichen Institutionen es zulassen müssen, durch kommunikative Einwirkungen von außen (Nutzerkommentare, öffentliche Fragen und Diskussionen, Mashups und Remixe, Meme etc.) irritiert zu werden. Dass &#8222;Authentizität&#8220; bedeutet, dieser Art der Kommunikation nicht auszuweichen und dass &#8222;Transparenz&#8220; bedeutet, diese Kommunikation so offen zu gestalten, dass Netzwerkeffekte entstehen können, damit &#8222;Sonden der Unruhe&#8220; die Resonanzen erzeugen können, die Gestalten und Muster überhaupt erst erkennbar machen?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/professorbunsen.wordpress.com/446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/professorbunsen.wordpress.com/446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/professorbunsen.wordpress.com/446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/professorbunsen.wordpress.com/446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/professorbunsen.wordpress.com/446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/professorbunsen.wordpress.com/446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/professorbunsen.wordpress.com/446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/professorbunsen.wordpress.com/446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/professorbunsen.wordpress.com/446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/professorbunsen.wordpress.com/446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/professorbunsen.wordpress.com/446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/professorbunsen.wordpress.com/446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/professorbunsen.wordpress.com/446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/professorbunsen.wordpress.com/446/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=446&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">professorbunsen</media:title>
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		<item>
		<title>Die nächste Gesellschaft und ein komplexer Regalzufall</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 19:11:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konstruktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Zweitausend]]></category>

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		<description><![CDATA[Folgt man Dirk Baecker, erleben wir derzeit durch die Erfindung von Computer und Internet einen epochalen Umbruch der Menschheitsgeschichte, wie es ihn in den letzten paartausend Jahren überhaupt erst zweimal gegeben hat, einmal durch die Einführung der Schrift und ein zweites Mal mit der Erfindung des Buchdrucks. Ich bin sehr geneigt, dem zuzustimmen, weil: Ja, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=388&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Folgt man <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/studien_zur_naechsten_gesellschaft-dirk_baecker_29456.html">Dirk Baecker</a>, erleben wir derzeit durch die Erfindung von Computer und Internet einen epochalen Umbruch der Menschheitsgeschichte, wie es ihn in den letzten paartausend Jahren überhaupt erst zweimal gegeben hat, einmal durch die Einführung der Schrift und ein zweites Mal mit der Erfindung des Buchdrucks.</p>
<p>Ich bin sehr geneigt, dem zuzustimmen, weil: Ja, was denn sonst?! Schrift sampelt Sprache in einem Code und kann so jedes denkbare Wort über die Zeit festhalten. Buchdruck ermöglicht es, diesen Code oft und schnell zu vervielfältigen und damit gleichzeitig an viele verschiedene Orte zu übertragen. Das digitale Netz sampelt <em>jede Art von Information</em> und ermöglicht es in <em>Echtzeit</em>, <em>alles und jeden überall und immer</em> zu verbinden. Dass damit eine neue Qualität in die Welt gelangt, die massive Auswirkungen hat, scheint mir augenscheinlich.</p>
<p>Baeckers These ist, dass die durch das Internet entstandene Hyperdynamik der Gesellschaft unzählige komplexe, sich ständig wandelnde und aufeinander bezogene Kommunikationsprozesse in Gang gesetzt hat, die so schnell und so verwoben sind, dass sie für die Menschen endgültig undurchdringbar geworden sind. Teilweise haben diese Prozesse gar keine menschliche Beteiligung mehr, zum Beispiel im Finanzmarkt, wo Investitionen und Verkäufe automatisch programmiert ablaufen und so das analytisch nicht zugängliche Kalkül der Computer als kommunikativem Mitspieler in der Gesellschaft integriert wird. Die Kommunikation der Gesellschaft beruht mehr und mehr auf lichtschnellen miteinander verwobenen Prozessen, die so dynamisch sind, dass sie eine ständige Veränderung und einen dauernden Wandel begründen. Und ein System, das im Wesen darauf angelegt ist, alles Bestehende und neu Entstehende in sich aufzunehmen, aufeinander zu beziehen und so ständig weiter zu wachsen. Der Wandel, der Umbruch und die Krise wird damit zum Normalzustand der Gesellschaft.</p>
<p>Wie soll man damit umgehen? Die <em>nächste</em> Gesellschaft ist auch programmatisch gemeint. Das Charakteristische dieser Gesellschaftsform ist es, dauernd auf das Nächste, gerade Entstehende, noch Unbestimmte bezogen zu sein. Die ständige Ungewissheit erzeugt ein dauerndes Erforschen der Gegebenheiten.</p>
<div class='embed-vimeo' style='text-align:center;'><iframe src='http://player.vimeo.com/video/32775855' width='400' height='225' frameborder='0'></iframe></div>
<p><a href="http://vimeo.com/32775855">Observing Networks | Dirk Baecker auf der x mess</a> (Via <a href="http://sebastian-ploenges.com/blog/2011/observing-networks/">Autopoiet</a>)</p>
<p>In seinem Vortrag schlägt Baecker zwei Denkfiguren vor, die für dieses Erforschen der Gegebenheiten besonders geeignet seien: Die Idee der &#8222;Form&#8220; und die Figur des &#8222;Re-Entry&#8220; aus der logischen Theorie von George Spencer-Brown. (Mir fällt es reichlich schwer, zu diesem Menschen, für den der Begriff &#8222;schillernde Person&#8220; erfunden wurde, nicht mehr zu schreiben, aber ich reiße mich am Riemen. In Deutschland galt er einige Zeit als <a href="http://www.bohmeierverlag.de/cms/index.php?isbn=978-3-89094-321-3&amp;ba=rez&amp;lnk=lst">Erfindung Niklas Luhmanns</a>. Tatsächlich hat er das Fromkalkül zusammen mit seinem Bruder erfunden, weil die britische Eisenbahn <a href="http://conny-dethloff.de/erkenntnistheorie.html">eine praktische Zählmaschine brauchte, um sicherzustellen, dass nicht einzelne Waggons im Tunnel verloren gehen</a>. Ich würde abschweifen. Sehr weit.)</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Spencer-Brown#Laws_of_Form">Form</a> ist relativ schnell erklärt. Alles worüber man denken und sprechen kann basiert immer auf Unterscheidungen. Man redet über Etwas und hat damit Nicht-Etwas davon unterschieden. Ein Beobachter, der diese Unterscheidung trifft, ist in dieser Logik immer implizit enthalten. (Beobachten meint hier Unterscheiden, das kann also auch ein Computer tun.) Ohne Beobachter aber gibt es nichts (und noch nicht einmal das), weil alles erst durch die grundlegende Operation der Unterscheidung erzeugt wird. Außerdem wird in der Form nur die Innenseite der Unterscheidung bezeichnet, was das andere Nicht-Etwas ist, bleibt im Dunkeln. Unterscheidungen haben nicht automatisch ein Gegenteil. Dieses Gegenteil muss erst durch eine weitere Unterscheidung definiert werden. So entsteht durch dauernde Unterschiedsbildungen ein dynamisches Sinnsystem aufeinander bezogener Unterscheidungen, das gleichzeitig Ungewissheiten als nicht-bezeichnete Außenseite der Form mit einbezieht.</p>
<p>Ich verstehe es so, dass die <em>Form</em> hilft, zu beschreiben, wie man dynamisch Sinn erzeugt und dabei mit der Ungewissheit umgeht.</p>
<p><a href="http://www.hyperkommunikation.ch/lexikon/re-entry.htm">Re-Entry</a> ist nicht schnell erklärt und wenn man zum ersten Mal darüber nachdenkt ein ziemlicher Hirnverdreher. (Auch die späteren Male noch, es sei denn, man ist so <a href="http://www.hyperkommunikation.ch/personen/spencer-brown.htm">wahnsinnig</a> wie Spencer-Brown.) Re-Entry ist eine rekursive, also selbstbezogene Operation. Die Unterscheidung wird auf die Unterscheidung angewendet. Auf einer der Seiten der ursprünglichen Unterscheidung wird dieselbe Unterscheidung noch einmal vollzogen.</p>
<p>Vielleicht kann man es im Kontext der Überlegungen zur nächsten Gesellschaft am Besten so fassen: Im Ergebnis wird In die Logik neben dem Beobachter auch die Zeit eingeführt, das heißt, dass logische Schlüsse in diesem Kalkül nicht objektiv und zeitlos, sondern subjektiv und zeitabhängig sind, abhängig davon, welche Unterscheidung vorangegangen ist und damit, wann sie getroffen wurden. Denn die Unterscheidungen eines Re-Entry bauen aufeinander auf sind abhängig von der jeweils vorher getroffenen Entscheidung.</p>
<p>Das hat theoretisch <a href="http://www.hyperkommunikation.ch/todesco/vortraege/spencer-brown_ak_060510.htm">weitreichende Auswirkungen</a>. Dadurch kann im Ergebnis etwas beispielsweise quasi gleichzeitig falsch und richtig sein, weil es darauf ankommt, auf welche Unterscheidung man sich gerade bezieht. Außerdem kann man diese Selbstbezüglichkeit als theoretische Beschreibung dafür sehen, wie Neues in die Welt kommt. Durch diesen Selbstbezug von Unterscheidungen kommt etwas Neues, Anderes in die Welt. Im anschaulichen Beispiel von Heinz von Foerster wird der Stromkreis einer Klingel geschlossen, wenn der Klöppel von der Glocke entfernt ist, wodurch ein Magnet eingeschaltet wird, so dass der Klöppel auf die Glocke schlägt. Wenn der Klöppel die Glocke berührt, wird der Stromkreis unterbrochen, der Magnet stellt ab, der Klöppel springt zurück, wodurch der Magnet eingeschaltet wird, der den Klöppel auf die Glocke schlägt und so weiter und so fort. So entsteht eine neue Qualität, die vorher nicht da war, ein Klingeln.</p>
<p>Ich verstehe es so, dass <em>Re-Entry</em> hilft. zu beschreiben, wie mit Widersprüchen umgegangen wird und wie Neues entsteht.</p>
<p>Ich würde sagen, dass eine Anwendung dieser Ideen zum Beispiel wäre, zu beschreiben, wie das Internet moderne Insitutionen in Frage stellt. Diskurse wie dieser hier können in der neu entstandenen Form des &#8222;Social Web&#8220; geführt werden und dort kann eine statische Definition von Wissenschaft als etwas, was das ist, was an Universitäten betrieben wird, durch eine neue Logik ersetzt werden, in der ständig neu verhandelt wird, was man gerade zu Wissenschaft zählen kann und was nicht, beziehungsweise die Unterscheidung Wissenschaft/Nicht-Wissenschaft durch andere Unterscheidungen ersetzen. Ich weiß nicht, ob ich Re-Entry so etwas zu folkloristisch als Selbstreferenz verstehe, aber ich würde sagen, dass man den beispielsweise den Diskurs darüber, was Wissenschaft sei, der innerhalb und außerhalb der Wissenschaft unterschiedlich geführt wird, als ein Beispiel dafür ansehen kann.</p>
<p>Was mir nicht klar ist, was ich darüber hinaus Konkretes von Form und Re-Entry lernen kann, wenn ich ein Phänomen betrachte. Ich finde Twitter ja immer ein gutes Beispiel für das Neue, was da gerade in die Welt kommt. Hier finde ich auch Aspekte für eine Analyse nach dem Formkalkül: Der Dienst ist schwer gegen andere Medienangebote zu unterscheiden, schwer zu sagen, was er ist und was nicht. Er wird sehr selbstreferenziell genutzt, in dem Sinne, dass Twitter immer ein großes Thema auf Twitter war und ist. Die Gestalt von Twitter verändert sich stetig, dadurch, dass neue Nutzer, neue Nutzerkreise, neue Nutzungsmöglichkieten hinzukommen, ändert sich sein Wesen.</p>
<p>Aber sonst? Wie hilft mir das Formkalkül sonst noch weiter bei der konkreten Betrachtung von Twitter? Kann mir da mal jemand bei helfen? Dirk Baecker vielleicht?</p>
<p>Eine schöne Fußnote für diesen Text ist nämlich Folgendes: Ich hatte noch nie persönlich Kontakt zu Dirk Baecker. Ich kenne ihn als Schüler Niklas Luhmanns und habe einen entsprechend großen Respekt vor ihm als wissenschaftlicher Persönlichkeit. Ich habe schon einiges von ihm und über ihn gelesen und neulich dieses Video seines Vortrag gesehen und mich gefragt, wie ich seine Aufforderung auf mein Lieblingsbeispiel Twitter anwenden kann. Und dann, während ich an diesem Artikel über Dirk Baecker und Twitter geschrieben habe, bekam ich in sonderbarer Zufälligkeit aus dem Nichts per Twitter plötzlich einen persönlich an mich gerichteten <a href="http://twitter.com/#!/DirkBaecker/status/147289137437880320">Tweet</a>, in dem Dirk Baecker mir ein Regal empfiehlt.</p>
<p><a href="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2011/12/bildschirmfoto-2011-12-16-um-02-24-582.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-413" title="Bildschirmfoto 2011-12-16 um 02.24.58" src="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2011/12/bildschirmfoto-2011-12-16-um-02-24-582.png?w=500" alt=""   /></a></p>
<p>Ich weiß nicht, warum.</p>
<p>Es macht den Eindruck, als hätte er sich gerade neu bei Twitter angemeldet und just sein dritter Tweet überhaupt ist eine Reaktion auf meine launige Bemerkung zu Steve Jobs und unserem neuen Regal.</p>
<p>Alles andere bleibt für mich im Dunkeln, ich vermute einen Zufall, vielleicht aber auch eine Volte des Re-Entry, wer weiß.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/professorbunsen.wordpress.com/388/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/professorbunsen.wordpress.com/388/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/professorbunsen.wordpress.com/388/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/professorbunsen.wordpress.com/388/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/professorbunsen.wordpress.com/388/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/professorbunsen.wordpress.com/388/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/professorbunsen.wordpress.com/388/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/professorbunsen.wordpress.com/388/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/professorbunsen.wordpress.com/388/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/professorbunsen.wordpress.com/388/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/professorbunsen.wordpress.com/388/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/professorbunsen.wordpress.com/388/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/professorbunsen.wordpress.com/388/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/professorbunsen.wordpress.com/388/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=388&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die falsche Erotik der Tatsachenentscheidung</title>
		<link>http://professorbunsen.wordpress.com/2011/12/06/die-falsche-erotik-der-tatsachenentscheidung/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 21:20:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimnis]]></category>
		<category><![CDATA[Tatsachenentscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Wunder]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Tatsachenentscheidungen sind doch das Salz in der Suppe des Fußballs! Worüber sollen wir denn noch reden, wenn wir uns nicht mehr über so herrlich über Tatsachenentscheidungen streiten können?&#8220; Das klingt romantisch, ist aber wie fast alles, was heute romantisch genannt wird, schlichter Kwatsch. Denn die Antwort auf diese rhetorische Frage ist einfach. Über Tatsachenentscheidungen. Über [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=361&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Tatsachenentscheidungen sind doch das Salz in der Suppe des Fußballs! Worüber sollen wir denn noch reden, wenn wir uns nicht mehr über so herrlich über Tatsachenentscheidungen streiten können?&#8220;</p>
<p>Das klingt romantisch, ist aber wie fast alles, was heute romantisch genannt wird, schlichter Kwatsch. Denn die Antwort auf diese rhetorische Frage ist einfach. Über Tatsachenentscheidungen. Über das, was der Schiedsrichter aufgrund der Zeitlupenbilder als Tatsache erachtet.</p>
<p>Oder glaubt tatsächlich jemand, wenn der Schiedsrichter seine Entscheidungen nicht mehr ausschließlich auf Grundlage seiner persönlichen Erinnerungen an die just erlebte Szene, sondern auch auf Grundlage der Zeitlupenbilder träfe, gäbe es keine strittigen Entscheidungen mehr? Ich glaube, folgende Sätze würde man trotzdem nur sehr selten hören: &#8222;Ach, das ist aber ausgesprochen schade, dass der Schiedsrichter sich in Zeitlupe angucken kann, was tatsächlich los war. Viel lieber hätte ich, dass er wie früher im Trüben stochert, weil er die Szene gar nicht sehen konnte!&#8220; oder &#8222;Früher habe ich den Fußball ja gemocht, weil die Entscheidungen so unberechenbar und willkürlich waren. Aber heutzutage ist dem Fußball ja der ganze Zauber genommen wegen der Zeitlupe, die jetzt nicht mehr nur alle anderen, sondern leider auch der Schiedsrichter sehen darf.&#8220;</p>
<p>Ein ganz verwandtes Argument hört man ja auch immer mal wieder von Menschen, die sich vor einer Kamera ausziehen. &#8222;Ästhetische Erotik&#8220; soll es dann sein, die &#8222;nicht alles zeigt, sondern auch noch etwas für die Fantasie übrig lässt.&#8220; Auch diese Menschen müssen wohl etwas anderes meinen. Etwas wie: &#8222;Zugegeben, ich möchte die Leute reizen und auf mich aufmerksam machen. Aber nur innerhalb der gesellschaftlichen Regeln, damit niemand Anstoß nimmt.&#8220; Was hingegen bestimmt nicht gemeint ist: &#8222;Immer, wenn ich meinen Geliebten noch leicht verhüllt sehe, geht die Fantasie mit mir durch! Wenn der Schlüpfer dann gefallen ist, verliere ich aber die Lust, weil mir partout nicht mehr einfallen mag, was man Aufregendes anstellen könnte.&#8220;</p>
<p>Wer so spricht, hat ein Kinderverständnis von Geheimnissen und glaubt offenbar nicht, dass es welche gibt. In so einer Welt gibt es eigentlich gar keine Geheimnisse, sondern bloß Täuschungen durch andere Menschen, die einem etwas vorenthalten.</p>
<p>Dabei ist doch eigentlich alles auf dieser Welt ein riesiges Geheimnis und verdammtes Wunder.</p>
<br /> Tagged: <a href='http://professorbunsen.wordpress.com/tag/fusball/'>Fußball</a>, <a href='http://professorbunsen.wordpress.com/tag/geheimnis/'>Geheimnis</a>, <a href='http://professorbunsen.wordpress.com/tag/tatsachenentscheidung/'>Tatsachenentscheidung</a>, <a href='http://professorbunsen.wordpress.com/tag/wunder/'>Wunder</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/professorbunsen.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/professorbunsen.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/professorbunsen.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/professorbunsen.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/professorbunsen.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/professorbunsen.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/professorbunsen.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/professorbunsen.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/professorbunsen.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/professorbunsen.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/professorbunsen.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/professorbunsen.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/professorbunsen.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/professorbunsen.wordpress.com/361/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=361&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">professorbunsen</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Mein zunehmendes Unbehagen den Massenmedien gegenüber</title>
		<link>http://professorbunsen.wordpress.com/2011/12/04/mein-zunehmendes-unbehagen-den-massenmedien-gegenuber/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 14:13:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wir werden diesen Monat die ZEIT kündigen. Das finde ich insofern bemerkenswert, als dass ich diese Zeitung seit zwanzig Jahren beziehe und sie mir lange Zeit die - ich glaube, das kann ich so sagen - wichtigste Informationsquelle über die Welt war. Was ich wiederum deshalb bemerkenswert finde, weil wir ja alles, was wir über die Welt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=323&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir werden diesen Monat die ZEIT kündigen. Das finde ich insofern bemerkenswert, als dass ich diese Zeitung seit zwanzig Jahren beziehe und sie mir lange Zeit die - ich glaube, das kann ich so sagen - wichtigste Informationsquelle über die Welt war. Was ich wiederum deshalb bemerkenswert finde, weil wir ja <a href="http://www.scribd.com/doc/24857017/DIE-REALITAT-DER-MASSENMEDIEN-Niklas-Luhmann-2-Auflage-1995" target="_blank">alles, was wir über die Welt wissen, aus den Medien wissen</a>. Ich hätte mir bis vor kurzem daher gar nicht vorstellen können, auf ein regelmäßiges Zeitungsabonnement zu verzichten. Aber jetzt möchte ich plötzlich nicht mehr. Grundlegende Veränderungen passieren ja so, plaff, ist der Brockhaus weg, von der Wikipedia rechts überholt, wobei &#8222;plaff&#8220; das Geräusch ist, das eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Phasen%C3%BCbergang" target="_blank">Phasentransformation</a> macht.</p>
<p>Der Auslöser ist, dass ich nicht auch noch dafür bezahlen möchte, dass mir ein dicker Stapel Papier mit als Lifestyle und Schnitzeljagd verbrämter Uhrenwerbung ins Haus geschickt wird, in dem sich der Baron Guttenberg weitschweifig erklären kann. Diesen Mann muss man in der Öffentlichkeit weiträumig umschweigen.</p>
<p>Deshalb werde ich dazu auch nichts schreiben, sondern über etwas Grundsätzliches: Eine große Enttäuschung und grundlegende Erschütterung meiner Vorstellung, zumindest der bessere Teil der Massenmedien würde aufrichtig über die Welt Bericht erstatten wollen. Was mir mittlerweile regelrecht naiv vorkommt.</p>
<p>Die erste intensive Begegnug mit dieser Erschütterung hatte ich <a href="http://wp.me/puNOe-1y" target="_blank">während der #zensursula-Debatte um Netzsperren</a>. Schlimm war damals, dass die öffentliche politische Diskussion, wie sie in Zeitschrften und Fernsehen geführt wurde, vollkommen plump, falsch, unreflektiert, uninformiert und damit komplett anders verlief als die Diskussion im Netz, wo im Gegensatz dazu viel informierter, kritischer und reflektierter argumentiert wurde. Wie konnte das sein? Ganz schlimm dabei war, dass ich mir von Menschen, die sich nur über die traditionellen Massenmedien informiert hatten, haarsträubenden Quatsch in Diskussionen anhören musste. Am Schlimsten dabei aber war, dass sie dabei gar nicht gemerkt haben, wie sie von interessensgeleiteter Misinformation fehlgeleitet wurden.</p>
<p>Eine andere, ähnliche Erfahrung war die mediale Darstellung der Causa Finke vs. Schäfer beim 1.FC Köln. Offensichtlich war und ist <a href="http://spielbeobachter.twoday.net/stories/geschichte-wird-gemacht-die-causa-finke/" target="_blank">beim Kölner Stadtanzeiger eine verdeckte Agenda am Werk, die meinungsstark und manipulativ eine ganz bestimmte Sichtweise der Dinge propagiert</a>. Irrsinnig auch hier, dass Menschen, die nur den Stadtanzeiger gelesen und das ZDF-Sportstudio gesehen haben, diese schräge Sicht der Dinge übernommen haben und sich damit aber hintergründig und kritisch informiert gefühlt haben.</p>
<p>Und so wie mir geht es gerade sehr vielen Menschen. Deshalb bekommen die Piraten so viele Stimmen. Weil es reicht. Ganz ehrlich. Wir möchten uns nicht mehr so auf den Arm nehmen und verschaukeln lassen. Früher ging es ja nicht anderes, damals im prädigitalen Jahrtausend.</p>
<p>Jetzt aber gibt es das Internet, diesen wunderbaren Resonanzraum, der alles mit allem und jeden mit jedem überall und jederzeit verbinden kann! Und dank ihm und mit ihm und in ihm weiß ich diese Beispiele und kann sie hier aufschreiben und mitteilen. Und auf mein ZEIT-Abo leichthin verzichten und mich dennoch insgesamt viel besser informiert über die Welt (und diejenigen, die mich über die Welt informiert haben) fühlen.</p>
<p>Sonst wäre ich vielleicht noch so blöd wie früher und würde eine Buchwerbung mit einer politischen Debatte verwechseln.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/professorbunsen.wordpress.com/323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/professorbunsen.wordpress.com/323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/professorbunsen.wordpress.com/323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/professorbunsen.wordpress.com/323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/professorbunsen.wordpress.com/323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/professorbunsen.wordpress.com/323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/professorbunsen.wordpress.com/323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/professorbunsen.wordpress.com/323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/professorbunsen.wordpress.com/323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/professorbunsen.wordpress.com/323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/professorbunsen.wordpress.com/323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/professorbunsen.wordpress.com/323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/professorbunsen.wordpress.com/323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/professorbunsen.wordpress.com/323/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=323&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">professorbunsen</media:title>
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	</item>
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		<title>Warum mich das iPad tief berührt</title>
		<link>http://professorbunsen.wordpress.com/2011/11/27/warum-mich-das-ipad-tief-beruhrt/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 22:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[Zweitausend]]></category>
		<category><![CDATA[apple]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[ipad]]></category>

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		<description><![CDATA[Zuweilen gerate ich, privat wie beruflich, in die Verlegenheit, die Fazination des iPad zu erklären. Mittlerweile glaube ich, das ist schnell erzählt. (Um besser zu verstehen, was ich meine, muss man sich jetzt eine festliche Stimme vorstellen.) Ich kann das Internet in den Händen tragen. Ich kann es anfassen. Und es berührt mich. Tagged: apple, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=318&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zuweilen gerate ich, privat wie beruflich, in die Verlegenheit, die Fazination des iPad zu erklären. Mittlerweile glaube ich, das ist schnell erzählt. </p>
<p>(Um besser zu verstehen, was ich meine, muss man sich jetzt eine festliche Stimme vorstellen.) </p>
<p>Ich kann das Internet in den Händen tragen. Ich kann es anfassen. Und es berührt mich.</p>
<br /> Tagged: <a href='http://professorbunsen.wordpress.com/tag/apple/'>apple</a>, <a href='http://professorbunsen.wordpress.com/tag/internet/'>internet</a>, <a href='http://professorbunsen.wordpress.com/tag/ipad/'>ipad</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/professorbunsen.wordpress.com/318/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/professorbunsen.wordpress.com/318/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/professorbunsen.wordpress.com/318/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/professorbunsen.wordpress.com/318/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/professorbunsen.wordpress.com/318/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/professorbunsen.wordpress.com/318/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/professorbunsen.wordpress.com/318/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/professorbunsen.wordpress.com/318/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/professorbunsen.wordpress.com/318/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/professorbunsen.wordpress.com/318/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/professorbunsen.wordpress.com/318/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/professorbunsen.wordpress.com/318/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/professorbunsen.wordpress.com/318/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/professorbunsen.wordpress.com/318/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=318&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">professorbunsen</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Fußball und die Schönheit des Möglichen</title>
		<link>http://professorbunsen.wordpress.com/2011/11/23/fusball-und-die-schonheit-des-moglichen/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 20:59:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Mich etwas zu verlustieren ging ich spielen, um zu verlieren umgekehrt triumphieren ging ich ich ging spielen, um zu verlieren. Markus Berges, „Remscheid“ Niemand kann etwas für seinen Geburtsort und seine Herkunft und selbst über den Wohnort entscheiden heutzutage gerne schicksalhafte Zufälle. Deshalb hat sogar die Hingabe zum FC Bayern ihre Berechtigung &#8211; sofern man [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=286&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Mich etwas zu verlustieren<br />
ging ich spielen, um zu verlieren<br />
umgekehrt triumphieren ging ich<br />
ich ging spielen, um zu verlieren.</p>
<p>Markus Berges, „Remscheid“</p></blockquote>
<p>Niemand kann etwas für seinen Geburtsort und seine Herkunft und selbst über den Wohnort entscheiden heutzutage gerne schicksalhafte Zufälle. Deshalb hat sogar die Hingabe zum FC Bayern ihre Berechtigung &#8211; sofern man in München lebt. Zusätzlich mag es für Auswärtige <a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/146250/ich_mag_die_positive_arroganz">biografisch begründete originelle Spezialgründe</a> geben, sich gerade diesem Verein zu verschreiben, die vielleicht auch irgendwie halbwegs in Ordnung gehen, einem aber in etwa so sehr zur Ehre gereichen wie, sagen wir einmal, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ltbnCqeBchA">Werbung für Atomstrom</a> zu machen.</p>
<p>Denn wer sich den Fußballverein danach auszusucht, wie häufig er gewinnt, zeigt zu wenig Liebe zum Spiel selbst, schließlich geht es beim Fußballgucken eigentlich nicht um das Gewinnen, sondern um das Verlieren.</p>
<p><a href="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2011/11/20111123-220748.jpg"><img src="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2011/11/20111123-220748.jpg?w=500" alt="20111123-220748.jpg" class="alignnone size-full" /></a></p>
<div align="center"><em>Hier schön im Bild: Die Möglichkeit eines Fußballspiels</em></div>
<p></p>
<p>Das liegt zunächst einmal daran, dass bei Sportveranstaltungen egal welcher Art zwangsläufig immer alle verlieren &#8211; außer dem einen natürlich, der gewinnt und damit alle anderen zu Verlieren macht. </p>
<p>Außerdem besteht insbesondere ein Fußballspiel insgesamt vor allem aus Nichtgelingen. Fast nichts klappt, selbst bei Weltklassemannschaften wird beinahe jeder Spielzug von den gegnerischen Reihen abgefangen und endet im Foulspiel oder im Abseits und falls nicht, dann landen die meisten Torschüsse dennoch nicht im Tor. Dieses konzertierte Mißlingen wird dirigiert vom kollektiven Wunsch nach der unwahrscheinlichen Ausnahme, dem Tor, das zugleich der einzige objektive Maßstab für Erfolg ist. </p>
<p>Über allem schwebt die Schönheit des Möglichen, der Wunsch nach dem Unwahrscheinlichen, die Idee des Gelingens. Die Gesamtheit eines Fußballspiels zerbricht in viele überwiegend unfertige Einzelteile: Stücke, aus denen etwas hätte werden können, mißlungene Versuche, Geistesblitze und Enttäuschungen, das dauerhafte Aufblitzen und Verschwinden von Möglichkeiten, all das setzt sich erst durch den Blick des Zuschauers und der Vorstellung, was sein könnte, zu einer schönen Gestalt zusammen.</p>
<p>Selbstverständlich gibt es dabei auch viele Beispiele des Gelingens, bloß sind sie die Ausnahme von der Regel des Scheiterns und glänzen dafür umso mehr. Anders als beim öden Eiskunstlauf, wo alle von der hässlichen Ausnahme eines Patzers hypnotisiert sind, geht es beim Fußball nicht um die Angst vor dem Mißlingen, sondern um die Lust an der Katastrophe des Gelingens und dem Wunsch und der Hoffnung auf dieses rare Glück.</p>
<p>Und wer sich da den FC Bayern aussucht, zeigt einfach einen langweiligen Mangel an Fantasie. </p>
<p>Obwohl vielleicht auch dort der Zauber der bis zur letzen Minute fast gewonnenen Championsleaugue 1999 die tiefsten Spuren in den Herzen hinterlassen hat.</p>
<p><em>Obligatorischer Disclaimer: Ich bin Anhänger des 1.FC Köln. Ich weiß also, wovon ich rede.</p>
<p>Foto: http://www.flickr.com/photos/tigion/ (CC BY-NC-SA)</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/professorbunsen.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/professorbunsen.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/professorbunsen.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/professorbunsen.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/professorbunsen.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/professorbunsen.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/professorbunsen.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/professorbunsen.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/professorbunsen.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/professorbunsen.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/professorbunsen.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/professorbunsen.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/professorbunsen.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/professorbunsen.wordpress.com/286/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=286&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">professorbunsen</media:title>
		</media:content>

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			<media:title type="html">20111123-220748.jpg</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Lob des Produktes: Steve Jobs Vorhölle und Staedtlers Schreiblernstift</title>
		<link>http://professorbunsen.wordpress.com/2011/11/19/lob-des-produktes-der-staedler-schreiblernstift/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 11:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>professorbunsen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[Design Apple]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wollte es nicht tun. Werft ihr dem gefräßigen Leviathan ruhig immer weiter Geld in den Rachen, habe ich gedacht, huldigt diesem cholerischen Ausbeuterkapitalisten wie eurem Propheten, ich jedenfalls werde die Biographie von Steve Jobs nicht kaufen. Hatte ich gedacht. Apple Inc. (Symbolbild) Dann habe ich nachts in einem schwachen Moment diesen Artikel im New [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=professorbunsen.wordpress.com&amp;blog=7341310&amp;post=224&amp;subd=professorbunsen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte es nicht tun.</p>
<p>Werft ihr dem gefräßigen Leviathan ruhig immer weiter Geld in den Rachen, habe ich gedacht, huldigt diesem cholerischen Ausbeuterkapitalisten wie eurem Propheten, ich jedenfalls werde die Biographie von Steve Jobs nicht kaufen. Hatte ich gedacht.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2011/11/20111120-125814.jpg"><br />
</a><img class="aligncenter" title="Leviathan" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9d/Destruction_of_Leviathan.png/482px-Destruction_of_Leviathan.png" alt="" width="482" height="600" /></p>
<p style="text-align:center;"><em>Apple Inc. (Symbolbild)</em></p>
<p>Dann habe ich nachts in einem schwachen Moment <a href="http://www.newyorker.com/reporting/2011/11/14/111114fa_fact_gladwell?currentPage=all">diesen Artikel</a> im New Yorker verschlungen und einen Klick weiter war da der iBooks-Store und tja, naja, je nun, ihrwisstschon.</p>
<p>Jedenfalls habe ich es nicht bereut.</p>
<p>Warum das Buch prima ist, könnt ihr im New Yorker nachlesen, ich möchte ergänzen, dass man nicht nur viel über Jobs und Apple, sondern auch einiges über das Silicon Valley erfährt, dieses kleine Tal, in dem sie den Heimcomputer erfunden haben und in der Folge auch so ziemlich alles andere, was uns Digitaleinwohnern von heute die Welt bedeutet.</p>
<p>Einer parallel zum Niederschreiben dieses Satzes in meinem Kopf durchgeführten Spontanumfrage zufolge dürfte der Hauptkaufgrund für dieses Buch das Füllhorn abstruser Anekdoten sein, die Jobs Persönlichkeit illustrieren und es nahelegen, seine Biographie nicht als Kinofilm, sondern als Sitcom zu inszenieren. Etwa die, wo er als zottelhaariger und barfüßiger Kotzbrocken, der fälschlicherweise annimmt, seine frutarische Diät, also die ganze Woche nix essen und sich dann Sonntags bei den Hare Krishnas kostenlos den Bauch mit Äpfeln vollzustopfen, würde regelmäßige Körperpflege überflüssig machen, stinkend die Firma Pantone dazu bewegen möchte, exklusiv für das Plastikgehäuse des Apple II neben den drölfhundertsechsundfünfzig auf der Welt existierenden Beigetönen ein ganz neues, vermutlich vollkommen revolutionäres Beige zu entwickeln. Oder die, wo er sich im Krankenhaus, bereits von schwerer Krankheit gezeichnet, aus einer Narkose herauswindet, nur, um sich mit schwerer Zunge in verwaschener Sprache unflätig zu beschweren, die Betäubungsmaske sei unpraktsch <em>und</em> hässlich.</p>
<p>Auf die Spitze getrieben steckt darin des grundlegende Verlangen nach Dingen, die funktionieren <em>und</em> schön sind, das von den Unternehmen dieser Welt regelmäßig mit Füßen getreten wird. Wer ein Telefon von Siemens besitzt, weiß, was ich meine. (Und auch Apple ist alles andere als unfehlbar, es sei denn man betrachtet iTunes als <em>practical joke</em> und gelungene Softwareanmutung der Vorhölle.)</p>
<p>Eine löbliche Ausnahme in dieser Hinsicht bildet der Schreiblernbleistift von Staedtler, den ich diesem Text deshalb überschwänglich loben möchte.</p>
<p><a href="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2011/11/20111119-132855.jpg"><img class="aligncenter" src="http://professorbunsen.files.wordpress.com/2011/11/20111119-132855.jpg?w=500" alt="20111119-132855.jpg" /></a></p>
<p style="text-align:center;"><em>iPhone, iPad (Symbolbild, nicht im Bild: iTunes)</em></p>
<p>Er ist ein Bleistift, der bleistiftiger nicht sein könnte. Ein Bleistift, der nichts anderes ist als ein Bleistift, der ganz hervorragend ist in allen Qualitäten, die einen Bleistift ausmachen.</p>
<p>Es schreibt und zeichnet sich mit diesem Schreiblernstift ganz vortrefflich, zunächst natürlich, weil seine Mine mit 2B etwas weniger hart ist als das Standard gewordene ausdrucksschwache HB,  so dass der Stift nicht nur sanft über das Papier gleitet, sondern bei verschieden starkem Andruck auch unterschiedlich dunkle Grautöne ermöglicht. Der das Schriftbild erzeugende Abrieb ist dabei sinnlich erfahrbar, die Berührung zwischen Stift und Papier kann man gut erfühlen, zuweilen bilden sich kleine, pulvrige Graphitspäne, ohne, dass das Schriftbild dadurch verschmieren würde.</p>
<p>Die Mine ist in einen soliden Holzstab hineingefräst, was dem Stift ein angenehmes Gewicht und einen vortrefflichen Klang verleiht. Wenn man ihn beherzt auf der Schreibtischplatte ablegt, gibt es ein schönes Klacken, wirft man ihn eher achtlos hin, hört man ein hübsches Klirren und wenn man ihn in der Hand hin- und herbewegt, zuweilen auch ein feines Sirren.</p>
<p>Und man ist versucht, ihn häufig in die Hand zu nehmen. Das liegt nicht nur am dreieckigen Querschnitt, mit dem er prima in der Hand liegt. Der Stift hat auch ein gutes Gewicht, das haarscharf über federleicht liegt, so dass die Wahrnehmung zwischen &#8222;leicht&#8220; und &#8222;aber irgendwie auch doch schwer&#8220; pendelt und eine sehr angenehm anzufassende rutschfeste Gummischicht, die nachgibt, aber nicht zu sehr, so dass der Eindruck zwischen &#8222;weich&#8220; und &#8222;aber irgendwie doch auch fest&#8220; pendelt.</p>
<p>Mein Wunsch an die Produktdesigner dieser Welt ist einfach: Stellt eure Arbeit nicht kurz vor Ende ein und überlasst dem Rest dem Marketing. Macht solange weiter, bis der Gegenstand am Ende so ist, wie er sein soll. Und sagt nicht vorher: &#8222;Ach, egal.&#8220; Denn es gibt Kunden, denen ist das nicht egal. </p>
<p>Und die sind dann glücklich, ganz unabhängig davon, ob es ein Computer oder ein Bleistift ist.</p>
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